Der richtige Schritt: Expertenstandard Kontinenz

Viele Betroffene versuchen, den mit einer Inkontinenz verbundenen Kontrollverlust vor Anderen zu verbergen, erklärt die Urologin Silvia Salm. Soziale Isolation und Diskriminierung seien nur einige Folgen. Aber auch für Pflegende sei der Umgang mit Inkontinenz nicht immer leicht. Von ihnen werde in Zukunft im Bereich Inkontinenz wesentlich mehr Fachwissen, Einschätzungskompetenz und Engagement im Hinblick auf die Kontinenzsituation ihrer Patienten gefordert, so Salm.

Um das zu gewährleisten, hat eine zehnköpfige Expertenrunde des MZK, bestehend aus Pflegefachkräften, Ärzten der Urologie und Gynäkologie den fünften Expertenstandard zur Förderung der Harnkontinenz* umgesetzt und umfassend eingeführt. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse fließen so nun gezielt in die Behandlung der Patienten ein. Pflegerische Maßnahmen wie z.B. Toilettentraining oder der Stärkung der Beckenbodenmuskulatur werden im MZK individuell auf die speziellen Bedürfnisse der Patienten abgestimmt, so dass diese ihr optimales Kontinenzprofil erreichen. „Das Besondere ist, dass der Expertenstandard die Erhaltung und Förderung der Harnkontinenz in den Vordergrund rückt“, erklären Salm und Günther. Beide sind sich sicher, dass über die konsequente Anwendung des Expertenstandards die Lebensqualität der Betroffenen und Angehörigen wie auch die Arbeitsqualität der Pflegenden entscheidend verbessert wird.

 

* Expertenstandard des Deutschen Netzwerks für Qualitätssicherung in der Pflege (DNQP):
 http://www.dnqp.de