150 Jahre Dienst am Menschen
In der Geschichte des Krankenhauses Marienhof spielt die Gründung der Gemeinschaft der "Schwestern vom Heiligen Geist" eine zentrale Rolle.
In der Mitte des vergangenen Jahrhunderts versuchten vier junge Frauen dem inneren Anruf Gottes zu folgen und gründeten eine Ordensgemeinschaft. Die erste Oberin dieser kleinen Gruppe war die Koblenzerin Anna Maria Hoelscher. Am 4. Juni 1857 zogen die vier Gleichgesinnten in eine Mietwohnung der hiesigen Altstadt, Mehlgasse 8, ein. Hier versuchten sie im Geist des Evangeliums den Kranken und den Kindern zu helfen. Mitbegründer und sicher auch Initiator der kleinen Ordensgemeinschaft war Pfarrer Philipp de Lorenzi von der Koblenzer Pfarrei Liebfrauen, der spätere Generalvikar des Bistums Trier.
Im Jahre 1865 wurde durch die wachsende Zahl der Schwestern ein Umzug in ein größeres Haus am Löhrrondell notwendig. Gleichzeitig waren Räume vorhanden, um erstmals pflegebedürftige Menschen ins Schwesternhaus aufzunehmen. Am 1. Juni 1886 wurde der Grundstein für das heutige Mutterhaus Marienhof, in der Gemarkung Moselweiß, gelegt. Ein Teil dieses Gebäudes, das am 3. November 1887 bezogen wurde, diente pflegebedürftigen Kranken.
Schon bald reichten die vorhandenen Räumlichkeiten nicht mehr aus und die Ordensgemeinschaft entschloss sich zum Bau eines eigenen Krankenhauses. Die Einweihung erfolgte am 19. März 1903.
Zu Beginn des 1. Weltkrieges 1914 wurde das Krankenhaus in ein Festungslazarett umgewandelt. Am 20. August 1914 trafen die ersten Verwundeten hier ein. Im Hause wurden 135 Soldaten untergebracht und gepflegt. Dieses Festungs-Lazarett wurde am 1. Mai 1921 geschlossen.
Am 15. Juni 1928 erfolgte der erste Spatenstich zu einem Erweiterungsbau des Krankenhauses. Mit dem Tage der Einweihung am 6. Februar 1930 standen 260 Betten zur Verfügung. An Fachabteilungen waren vorhanden: Innere, Chirurgie, HNO und Augen.
Im Jahre 1938 wurde der Krankenhausaltbau aufgestockt und die Anzahl der Betten auf 265 erhöht. Im März 1941 wurde mit dem Bau eines dreigeschossigen Bunkers im Park begonnen, der als Krankenhaus für 170 Betten eingerichtet wurde. Die ersten Patienten wurden im Juli 1943 in den Bunker verlegt.
Der 8. Großangriff auf Koblenz am 9.10.1944 brachte neben der totalen Zerstörung des Mutterhauses eine starke Beschädigung des Krankenhauses. Beim schwersten Bombenangriff auf Koblenz am 6.11.1944 stand der ganze Marienhof in Flammen. Der Bunker wurde nun zum Teil als Lazarett und als Krankenhaus genutzt.
Im Oktober 1945 wurde mit dem Wiederaufbau des Krankenhauses begonnen. Am 22. Dezember 1949 fand der Umzug der Patienten aus dem Bunker statt und ein Jahr später konnte das ganze Haus wieder belegt werden.
Die Planung zum Neubau des heutigen Marienhofs gehen bis in das Jahr 1965 zurück. Endlich am 17.12.1973 wurde die Genehmigung von der Landesregierung zum Bau des neuen Hauses erteilt. Der erste Spatenstich fand am 1. Februar 1974 statt. Die Einweihung des neuen Marienhofs, mit 340 Planbetten, erfolgte nach einer über sechsjährigen Bauzeit am 30. Juni 1980.
1997 wurde die Betriebsführung des Krankenhauses dem Barmherzigen Brüder Trier e.V. übergeben. 1998 bildeten der Marienhof und das Brüderkrankenhaus Koblenz einen Verbund. Beide Häuser werden ab diesem Zeitpunkt im Landeskrankenhausplan als Krankenhaus der Schwerpunktversorgung ausgewiesen. Im Januar 2001 erfolgte die Fusion zur Katholisches Klinikum Marienhof/St. Josef gGmbH.