Expertenrat Herzinfarkt

Schnelle Hilfe bei Herzinfarkt

Starke Schmerzen in der Brust bzw. eine massive Einschnürung, ein heftiges Brennen oder ein starker Druck im Herzbereich sind typische Zeichen eines Herzinfarktes. Viele Betroffene klagen über diese Beschwerden, die ein Indiz für einen Herzinfarkt sein können. Werden bei diesen Patienten durch einen Herzkatheter die verschlossenen Gefäße ohne Zeitverzug wieder durchgängig gemacht, können bleibende Schäden reduziert oder ganz vermieden werden. Dies schnell sicherzustellen ist die Grundidee der CHEST PAIN UNIT (Brustschmerzeinheit) des Katholischen Klinikums im Marienhof.

Was ist eigentlich ein Herzinfarkt?

Unter einem Herzinfarkt versteht man die Umwandlung von Herzmuskelgewebe in Bindegewebe, das nicht mehr aktiv zur Pumpleistung beitragen kann. Durch ein Blutgerinnsel in den das Herz versorgenden Gefäßen (die so genannten Herzkranzgefäßen) kann die Blutbahn verstopfen. Da das Herz dann nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, kommt es zum Untergang der Herzmuskelzellen. Das Ausmaß der Schädigung ist von der Dauer der Durchblutungsstörung abhängig. Je nach betroffener Herzregion spricht man von einem Vorder- oder Hinterwandinfarkt.  

Warum ist schnelles Handeln notwendig?

Je schneller man im Notfall einen Herzinfarkt erkennt, desto geringer sind die bleibenden Schäden. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass viele Menschen nicht ausreichend darüber informiert sind, bei welchen Symptomen sofort der Notarzt gerufen werden muss und man auf keinen Fall abwarten darf, ob die Beschwerden vielleicht von selbst wieder verschwinden. Denn beim Verdacht eines Herzinfarktes zählt jede Minute. Die direkte Herzkatheteruntersuchung stellt heutzutage beim akuten Herzinfarkt die Maßnahme der ersten Wahl zur Verbesserung der Prognose dieser Patienten dar. Hiermit kann das Ausmaß eines Herzinfarktes deutlich verkleinert, im Idealfall auch gänzlich verhindert werden.  

Diese Symptome weisen auf einen Herzinfarkt hin:

Schwere Schmerzen im Brustkorb , die mehr als fünf Minuten anhalten. Oft strahlen die Schmerzen in verschiedene Körperregionen aus – z. B. in die Arme, den Oberbauch, zwischen die Schulterblätter in den Rücken oder in den Hals und  Unterkiefer.  

Starkes Engegefühl bzw. eine massive Einschnürung, ein heftiges Brennen oder ein starker Druck im Herzbereich sind typisch. Viele Betroffene haben z. B. das Gefühl, dass ihnen ein schweres Gewicht auf der Brust liegt. Häufig tritt bei einem Herzinfarkt zusätzlich Angst auf, die sich z. B. mit einer blassen/fahlen Gesichtsfarbe und mit Kaltschweißigkeit äußern kann.  

Achtung: Insbesondere bei Frauen kann sich ein Herzinfarkt auch mit vergleichsweise unspezifischen Symptomen bemerkbar machen – z. B. mit Übelkeit, Luftnot, Schmerzen im Oberbauch und Erbrechen.
Wichtig: Wenn Beschwerden dieser Art in noch nie zuvor gekanntem Ausmaß auftreten, sofort die Notrufnummer 19222 wählen. Möglicherweise steckt ein Herzinfarkt dahinter. 

 Was sollte man beim Auftreten dieser Beschwerden tun?

Treten die oben genannten Symptome auf, dann sollte der Notarzt verständigt werden. Bei einem Herzinfarkt besteht die Gefahr, dass ein tödliches Kammerflimmern auftreten kann. Im Durchschnitt vergehen nach wie vor über drei Stunden, bis bei einem Herzinfarkt der Notarzt alarmiert wird, wie Daten von bundesweit nahezu 400 Kliniken zeigen. Nach einem Herzinfarkt entscheidet jede Minute über Leben und Tod. Deshalb sollte bei einem Infarktverdacht sofort den Notdienst verständigt werden. In Koblenz ist die Zentrale des DRK unter der Telefonnummer 19222 zu erreichen. Bewahren Sie Ruhe und bringen Sie sich oder den Kranken in eine bequeme Lage, wobei der Oberkörper erhöht liegen sollte. 

 Risikofaktoren 

Wenn Sie Ihre persönlichen Risikofaktoren reduzieren, senken Sie auch Ihr Herzinfarktsrisiko: Verzichten Sie auf das Rauchen, reduzieren Sie Ihr Gewicht, treiben Sie 30 Minuten täglich Sport und ernähren Sie sich gesund und cholesterinarm. Vegetarier erleiden übrigens deutlich seltener einen Herzinfarkt. Und nehmen Sie Angina-Pectoris-Beschwerden nicht auf die leichte Schulter, sondern gehen Sie zum Arzt.  


Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Chest Pain Unit“ 
(= Brustschmerzeinheit)?  

Es handelt sich um ein neues Notaufnahmekonzept, das speziell für Herz- und Kreislaufkranke entwickelt wurde. Kernpunkt sind eine 24-Studenbereitschaft des Herzkatheterlabors für Noteingriffe sowie die Vorhaltung von Betten, in denen Patienten für einige Stunden beobachtet werden können. Den Patienten wird hier eine rasche und kundige Diagnostik und Therapie angeboten. Zuweisenden Ärzten und Krankenhäusern steht rund um die Uhr ein kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung, der sie bei Notfällen berät, ihre Patienten aufnimmt und versorgt. Für diese Aufgabe ist die Einheit mit einen Team aus erfahrenen, speziell geschulten Ärzten und Pflegekräften und einer hochwertigen technischen Ausstattung spezialisiert. Dazu gehören unter anderem die Ultraschalluntersuchung des Herzens am Krankenbett, die kontinuierlichen EKG-Überwachung und die radiologische Diagnostik wie Röntgen und Computertomographie. Das Team des Herzkatheterlabors des Katholischen Klinikums steht rund um die Uhr zur Durchführung der Herzkatheteruntersuchung zur Akutbehandlung eines Herzinfarktes bereit. Das Konzept der Chest Pain Unit ermöglicht schnelle und gezielte Hilfe, denn bei Verdacht eines Herzinfarktes zählt jede Minute.  
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Professor Matthias Manz

Unser Experte

Prof. Dr. med Matthias Manz
Chefarzt der Schwerpunktabteilung Innere Medizin /Kardiologie