Kniegelenkersatz

Immer häufiger wird auch der Ersatz des Kniegelenks bei der Arthrose erforderlich. So wurden in den letzten Jahren in unserer Abteilung eine nahezu gleich hohe Anzahl von Knie- und Hüftgelenken ersetzt – bei weiter steigender Tendenz!
Von wesentlicher Bedeutung für den Erfolg der Operation ist auch hier die Erfahrung des Operateurs. Die sorgfältige Korrektur der Weichteile im Rahmen des Protheseneinbaus (s.g. Weichteilbalancing) ist für die spätere Funktion überaus wichtig.
Folgende Prothesen stehen zur Verfügung:
 
  •   Monokondylärer Ersatz ("Schlittenprothese", "Teilprothese")

      Insbesondere bei schwerwiegenden O-Bein Fehlstellungen kommt es zu einem Verschleiß an der Innenseite des Kniegelenks. Dies wird bedingt durch die fehlerhafte Lastverteilung.
In diesen Fällen kann, wenn keine Beschwerden in anderen Bereichen des Kniegelenks bestehen, ein isolierter Ersatz des inneren Gelenkanteils durchgeführt werden. Hierbei wird die innenseitige Oberschenkelrolle (=Kondylus) und der zugehörige Anteil des Schienbeinkopfes mit einem Kunstgelenk "überkront". Die außenseitigen Gelenkanteile und die Kniescheibenrückfläche bleiben erhalten.
Vorteile dieses Vorgehens liegen in einer geringeren Belastung durch den operativen Eingriff und den Erhalt körpereigener Gelenkanteile und Bandstrukturen. Zudem kann dieser Eingriff minimalinvasiv erfolgen. Solche isolierten Verschleißerkrankungen des Kniegelenks machen jedoch lediglich rund 5-10% aller Fälle mit Kniegelenkverschleiß aus.
 
  •   Isolierter Ersatz des Kniescheibengleitlagers

     In seltenen Fällen ist lediglich die Kniescheibenrückfläche und das Gleitlager der Kniescheibe von einem Verschleiß betroffen. Durch eine spezielle Prothese, durch die gezielt nur die erkrankten Gelenkanteile ersetzt werden, können wir auch Patienten mit dieser Form des Kniegelenkverschleißes behandeln.
 
  • Oberflächenersatzprothese

      Diese Prothese stellt das am häufigsten verwendete Modell dar. Bei ausreichender Funktion der körpereigenen Bänder kann somit eine knochensparende Prothese eingebaut werden, bei der die erkrankten Gelenkanteile an Ober- und Unterschenkel gleichsam "überkront" werden. In Kombination mit einer sorgfältigen Korrektur der Bandverhältnisse ("Weichteilbalancing") gelingt die Wiederherstellung einer sehr guten Gelenkfunktion. Sollte im späteren Verlauf eine Wechseloperation erforderlich werden, ist genügend Knochen vorhanden, um eine neue Prothese verankern zu können.
Neben langjährig bewährten Modellen steht uns auch das so genannte „Frauenknie“ zur Verfügung.
 
  •  Gekoppelter Gelenkersatz ("Totalprothese")

     Ist der Bandapparat des betroffenen Kniegelenks schwer geschädigt oder liegt eine extreme Achsabweichung vor, kann es erforderlich werden, eine s.g. gekoppelte Prothese zu verwenden, bei denen Oberschenkel- und Unterschenkelanteil der Prothese miteinander gekoppelt sind. Durch diese mechanische Vorrichtung erhält das Gelenk die notwendige Stabilität, damit der Patient wieder sicher laufen kann. Um die gewonnenen Stabilität auch auf den Knochen übertragen zu können, müssen bei diesen Prothesen Stiele im Ober- und Unterschenkelknochen verankert werden.
Prothesen dieser Art ermöglichen oftmals eine außerordentlich gute Beweglichkeit, da durch sie die gestörte Gelenkmechanik vollständig korrigiert werden kann.

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